einfach tierisch - Australische Gespenstschrecke

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Australische Gespenstschrecke

(Extatosoma tiaratum)

Leben mit Gespenstschrecken

Ein kleiner Leitfaden

für die

Haltung & Zucht

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Sie leben in den Waldgebieten Ostaustraliens, sie haben ein großes Verbreitungsgebiet, sind aber selten.

Man findet die nachtaktiven Tiere, in feuchten Eukalytus-Hartlaub-Waldungen mit hohen Niederschlagsmengen und frostfreiem Klima. Sie leben auf Bäumen und Sträuchern. Durch ihre Gestalt, ihre Färbung, ihr Tarn- und Drohverhalten, sind sie vor Fressfeinden geschützt.

Die männlichen und weiblichen Tiere unterscheiden sich sehr von ihrem Aussehen. Die Weibchen sind dick, fleischig und haben Stummelflügel. Die Männchen sind stabförmig, schlank, beflügelt und können kurze Strecken fliegen. Sie haben auf der Stirn 3 Punktaugen. Die Weibchen sind bedornt und bei beiden sind die Beine blattartig verbreitert. Die Färbung der Weibchen reicht von hellbraun, ocker bis grün, die der Männchen ist eine Mischung aus orange und dunkelbraun.

Männchen 9 cm / Weibchen 11-14 cm

Haltung:

Die Gespenster werden in einem Terrarium von mind. 30x60x30 cm / BxHxT bei Zimmertemperatur gehalten.

Einrichten kann man das Terra eher zweckmäßig, z.B. mit Zewa (Küchenpapier) am Boden, oder eher natürlich, mit Bodengrund aus Walderde und einigen Kellerasseln, die sich um die Sekremente der Gespenster kümmern.

Die Pflanzen

(dienen den Tieren als Klettermöglichkeit)

stehen in einer Vase mit Wasser, so halten sie sich bis zu einer Woche frisch. Mehrmals täglich mit Wasser besprühen.

Die Futtersuche

Nahrung:

Brombeerblätter

(findet man auch im Winter am Waldrand),

Himbeerblätter, Erdbeeren, Johannisbeeren, Eichen-, Haselnuss-, Buchlaub

und andere Pflanzen aus der Familie der Roasceen.

Die Paarung

Gespenstschrecken haben keine feste Paarungszeit. Die meistens in der Nacht stattfindende Paarung dauert mehrere Stunden. Nach drei Wochen schleudert das Weibchen mehrere beige gefärbte Eier weg.

Eiablage

Die Eier gleiten in den Eilöffel (Legescheide).

Die Eischläuche bergen ständig bis zu 100 weit entwickelte Eier. Das Weibchen legt täglich 4-5 Eier, die es mit kräftigen Wippen des Hinterleibs wegschleudert. So kommt das Weibchen auf 500 und mehr Eier.

Entwicklungsphasen

Die Eier schlüpfen nach etwa 5-6 Monaten, Eier die nicht schlüpfen, sollte man verwahren, diese sogenannten Dauereier schlüpfen erst nach 12-18 Monaten.

Sie durchlaufen eine unvollkommene Entwicklung, die Larven, die dem erwachsenen Insekt ähneln, wachsen in mehreren Schritten (4-5 Häutungen) heran.

Die Weibchen werden bis zu einem Jahr alt, die Männchen werden ca. 5 Monate alt, was für Phasmiden ein hohes Alter ist.

Das Weibchen kann sich auch durch Parthenogenese (Jungfernzeugung) fortpflanzen. Die Schlupfrate ist jedoch geringer als bei sexueller Fortpflanzung.

Man sollte sich Tiere aus anderen Zuchten zur Auffrischung des Genbestandes besorgen und um Inzucht zu vermeiden.

Entwicklung der Larven

Die Eier werden z.B. in einem Faunarium mit Deckel auf feuchter Walderde z.B. an der warmen Heizung gelagert.

Frisch geschlüpft ...

... haben sie das Aussehen derer Termiten, die die Eier fälschlicherweise als Samen betrachten und einsammeln. Wie die Termiten sind sie schwarz mit rotem Kopf (ca. 19 mm).

Nach der ersten Häutung kann man die Geschlechter bereits bestimmen.

Bei den Weibchen sind kleine Dornen auf dem Rücken zu erkennen,

während die Rückenhaut der Männchen glatter ist.

Nach jeder Häutung erfolgt ein sprunghafter Anstieg der Wachstumskurve.

Weibchen links - Männchen rechts
Häutungen
Nach der 3. Häutung geht das Aussehen beider Geschlechter sichtlich auseinander
Männchen (links) Weibchen (oben)
Nach der vierten Häutung
letzte Häutung eines Weibchens
der Appetit ist immer riesig

Unser erstes adultes Männchen, aus eigener Nachzucht.

riesiger Wachstumssprung nach der

4. &  letzten Häutung

(siehe unten - Männchen und Haut)

Adulte Weibchen, aus eigener Nachzucht
ein Männchen staret durch
Ein Käfig voller Narren :-)

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